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Clearing

Sozialpädagogisches Clearing nach §§ 27 ff SGB VIII

Clearing ist eine intensive, zeitliche eng befristete, ambulante, familienbezogene, lösungs- und ressourcenorientierte Maßnahme, zur Bedarfsfeststellung in der Familie.

Charakterisierend für unser Clearing ist:

  • die Intensität des Betreuungsumfangs (bedarfsorientiert bis zu 10 Stunden wöchentlich)
  • der aktive Nutzen des Faktors Zeit als ein strukturierendes, dynamisierendes Element im Hilfeprozess (max. 3 Monate)
  • der zeitnahe Beginn
  • die intensive Sicherstellung der reflektiven Praxis durch die engmaschige Zusammenarbeit der Teammitglieder (regelmäßiger  Fallaustausch, Supervision, Teamsitzungen, standardisierte Dokumentation)
  • die Einbeziehung der Hilfspotenziale möglichst aller Familienmitglieder
  • die sozialräumliche Orientierung der Kontakt mit den beteiligten Institutionen und die damit einhergehende Eruierung von   wesentlichen Informationen
  • die Familie signalisiert die Bereitschaft, sich auf das Clearing einzulassen

Es geht somit grundsätzlich darum, den Bedarf und gegebenenfalls die optimale Hilfeform in der Familie festzustellen.

Clearing sollte nach unserem Verständnis für folgende 4 Einsatzkriterien eingesetzt werden:

  • für Familien die sich in einer Krise beziehungsweise einer ungeklärten Situation befinden und der Zusammenhalt innerhalb des  Familiensystems gefährdet oder akut bedroht ist. Aufgrund der Vielschichtigkeit sowie der Lebenskomplexität ist eine Analyse notwendig. In diesen Fällen ist für das Jugendamt vor dem Clearingprozeß der Auftrag oftmals unübersichtlich beziehungsweise unklar. Oft liegen in solchen Fällen über die Form der Hilfe keine eindeutigen, nachweisbaren Indikatoren vor.
  • wenn die Fremdunterbringung eines oder mehrerer Kinder droht und die Familie signalisiert, diese doch noch abwenden zu wollen.
  • wenn ein oder mehrere Familienmitglieder sich in der Familie so unwohl fühlen, dass sie persönliche Konsequenzen (Flucht o. ä ) androhen, die weitreichende Folgen hätten.
  • wenn Familien der Jugendhilfe schon bekannt sind und bisherige Lösungen nicht die adäquate Hilfeform darstellten und zu unbefriedigenden Ergebnissen führten. Hier besteht oftmals aufgrund negativer Erfahrungen der Familie mit Hilfesystemen eine sogenannte Resistenz oder aber Wiederstände wurden aufgebaut. Hier soll mit dem Clearing, mit einer neuen komplexen lebensweltorientierten Bedarfsfeststellung, zu einer neuen Standortbestimmung verholfen werden.

Der Gesetzestext:

§ 27 SGB VIII

(1) Ein Personensorgeberechtigter hat bei der Erziehung eines Kindes oder eines Jugendlichen Anspruch auf Hilfe (Hilfe zur Erziehung), wenn eine dem Wohl des Kindes oder des Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist und die Hilfe für seine Entwicklung geeignet und notwendig ist.

(2) Hilfe zur Erziehung wird insbesondere nach Maßgabe der §§ 28 bis 35 gewährt. Art und Umfang der Hilfe richten sich nach dem erzieherischen Bedarf im Einzelfall; dabei soll das engere soziale Umfeld des Kindes oder des Jugendlichen einbezogen werden. Die Hilfe ist in der Regel im Inland zu erbringen; sie darf nur dann im Ausland erbracht werden, wenn dies nach Maßgabe der Hilfeplanung zur Erreichung des Hilfezieles im Einzelfall erforderlich ist.

(2a) Ist eine Erziehung des Kindes oder Jugendlichen außerhalb des Elternhauses erforderlich, so entfällt der Anspruch auf Hilfe zur Erziehung nicht dadurch, dass eine andere unterhaltspflichtige Person bereit ist, diese Aufgabe zu übernehmen; die Gewährung von Hilfe zur Erziehung setzt in diesem Fall voraus, dass diese Person bereit und geeignet ist, den Hilfebedarf in Zusammenarbeit mit dem Träger der öffentlichen Jugendhilfe nach Maßgabe der §§ 36 und 37 zu decken.

(3) Hilfe zur Erziehung umfasst insbesondere die Gewährung pädagogischer und damit verbundener therapeutischer Leistungen. Sie soll bei Bedarf Ausbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen im Sinne des § 13 Abs. 2 einschließen.

(4) Wird ein Kind oder eine Jugendliche während ihres Aufenthaltes in einer Einrichtung oder einer Pflegefamilie selbst Mutter eines Kindes, so umfasst die Hilfe zur Erziehung auch die Unterstützung bei der Pflege und Erziehung dieses Kindes.

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